Bei Lichtschaltern wird oft mit den verschiedenen Schema gearbeitet. Dann steht da zum Beispiel Schema 3 oder abgekürzt Sch 3 oder nur S3. Doch was heisst Schema 3 und wie funktioniert diese Schaltung? Darauf möchte ich in diesem Beitrag eingehen.
Schema 3-Schalter auf für Schema 0, 1, 6 und Schrittschaltung im Einsatz
Schalter und Taster werden am häufigsten im Schema 3 hergestellt. Der Grund ist nicht zwingend der, dass man die Schema 3-Schaltung in der Praxis am häufigsten einsetzt. Vielmehr ist der Grund der, dass der Schema 3 Schalter auch für andere Schaltungen verwendet werden kann.
Schema 0 (genannt „Ausschaltung“)
Die Schema 0-Schaltung nennt man auch „Ausschaltung“. Für die Schema 0-Schaltung wird das folgende Symbol verwendet:

Mit Schema 0 wird eine Lampe von einem Schalter aus bedient. Die Verdrahtung sieht so aus:

Es ist auch möglich, dass der Neutral- und Schutzleiter über den Schalter zur Lampe geführt wird. Dann geht der Lampendraht direkt vom Schalter zur Lampe und nicht über eine Abzweigdose.
Die Schema 0-Schaltung wird in der Regel mit einem Schema 3-Schalter umgesetzt (Schema-3 Schalter werden am häufigsten produziert und sind deshalb am günstigsten). Dabei bleibt ein Kontakt frei, den es für die Schema 0-Schaltung nicht braucht.

Der Lampendraht kann bei der Schema 0-Schaltung auch auf die anderen Kontaktstelle angeschlossen werden (vgl. nächste Abbildung). Der Schalter schaltet mit jeder Betätigung von der oberen zur unteren Kontaktstelle um (gelb markiert).
Wichtig: Dies gilt nicht für einen Taster, dort muss der Tasterdraht zwingend auf dem Arbeitskontakt (A) angeschlossen werden, nicht auf dem Ruhekontakt (R). Beim Taster schaltet der Kontakt nicht um, sondern fällt immer auf den Ruhekontakt zurück, sobald der Taster wieder losgelassen wird.

Allenfalls wichtig fürs Verständnis ist, dass jeder Kontaktpunkt zwei Klemmen hat. Die beiden orange eingefärbten Klemmen haben dieselbe Funktion. Es können also zwei Drähte an diesen Kontaktpunkt angeschlossen werden, je eine pro Klemme.

Die Schema 0-Schaltung kann auch zweipolig sein. Dass sieht das Schaltsymbol so aus:

oder dreipolig:

Schema 1 (genannt „Serieschaltung“)
Die Schema 1-Schaltung nennt man „Serieschaltung“. Für die Schema 1-Schaltung wird das folgende Symbol verwendet:

Mit der Serieschaltung können an einer Schaltstelle zwei Lampen(gruppen) geschaltet werden. Für diesen Zweck wird ein solcher Schalter verwendet:

Für die Schema 1-Schaltung braucht es einen zusätzlichen Lampendraht. Die Drähte für die zweite Lampe können auch über die erste Lampe geführt werden.
Der Schutzleiter für die zweite Lampe darf dabei aber nicht bei der ersten Lampe gekappt und geklemmt werden, er muss von der Abzweigdose ohne Unterbruch auf die zweite Lampe geführt werden. Grund: Man sieht/merkt es bei der Montage der zweiten Lampe nicht, wenn der Schutzleiter an der ersten Lampe unterbrochen ist. Das stellt ein Risiko dar.

Die Schema 1 Schaltung wird in der Regel über einen doppelten Schema 3-Schalter umgesetzt. Dieser Schalter hat eine Brücke eingebaut, der die beiden Schalter verbindet (vgl. nächste Abbildung).

Eingebaute Brücke zur Verbindung der beiden Schaltstellen (Schema 3 + Schema 3):

Schema 2 (genannt „Umschaltung“)
Die Umschaltung wird identisch verdrahtet, wie die Schema 1. Der Unterschied zur Schema 1 Schaltung liegt darin, dass man immer nur eine der beiden Lampen einschalten kann, die erste oder die zweite.
Logischerweise wird die Schema 2 Schaltung oft mit Drehschaltern umgesetzt. Die Schema 2-Schaltung kommt auch bei der Boiler-Steuerung zur Anwendung. Neben den beiden Schaltgeräten hat der Umschalter einen oder manchmal auch zwei „Aus“-Stellen.
Das Schaltzeichen der Schema-2-Schaltung sieht so aus:

Schema 3 (genannt „Wechselschaltung“)
Die Schema 3-Schaltung nennt man Wechselschaltung. Das Schaltsymbol sieht wie folgt aus:

Bei der Schema 3-Schaltung geht es darum, dass eine Lampe oder eine Gruppe von Lampen von zwei unterschiedlichen Stellen ein- und ausgeschaltet werden kann.
Dazu müssen die beiden Schalter mit zwei korrespondierenden Drähten miteinander verbunden werden. Idealerweise haben diese dieselbe Farbe. Wichtig: Werden die Korrespondierenden über eine Abzweigdose geführt, dürfen nicht alle vier zusammengeklemmt werden, sondern nur je zwei.
Auf einen Schalter wird der Aussenleiter geführt, vom anderen Schalter geht der Lampendraht auf die Lampe.

Anhand der Feller-Schalter würde die Verdrahtung so aussehen:

Ob die beiden Korrespondierenden so oder vertauscht angeschlossen werden, ist egal.
Schema 6 (genannt „Polwendeschaltung“)
Die Schema 6 Schaltung kommt dann zur Anwendung, wenn ein Licht an mehr als zwei Stellen geschaltet werden soll. Dann wird zwischen die Schema 3-Schalter ein (oder mehrere) Schema-6-Schalter geschaltet.

Der Schalter wird so verdrahtet (rechts die schematische Darstellung):

Da Schema-6 Schalter relativ teuer sind, wird ab 4 Schalter oft schon auf eine Schrittschaltung mit Tastern „gegangen“. Mehr dazu evtl. später in einem separaten Beitrag.
Das Schaltersymbol für Schema 6 sieht so aus:

