Philipp unter Strom

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Recht auf Laden: Die Automobil-Lobby ist dagegen

Soll ich ein Elektroauto kaufen? Jeder, der sich schon mal mit diesem Gedanken auseinandergesetzt hat, weiss: Wenn man das E-Auto nicht zuhause laden kann, dann geht es nicht.

Recht auf Laden (Motion von Jürg Grossen, 2023)

Derselben Ansicht ist Jürg Grossen, Präsident der GLP Schweiz. Deshalb hat er 2023 im Nationalrat eine Motion eingereicht:

Die Kernforderung der Motion – das Sicherstellen eines Zugangs zu Ladeinfrastrukturen im Mietverhältnis und im Stockwerkeigentum – kommt einem Rechtsanspruch auf eine Ladestation gleich. Der Bundesrat lehnt diesen Rechtsanspruch ab. Das Parlament ist anderer Meinung und hat die Motion angenommen.

Komisches Spiel von Auto Schweiz?

Im Frühjahr 2025 hat Auto Schweiz von sich reden lassen, als sie Zahlen publizierten, die schockierten. Bis zu 500 Millionen Franken müssten die Autoimporteure 2025 an Bussen zahlen, weil die Co2-Zielwerte nicht erreicht werden können. Die Kunden würden einfach zu wenige Elektroautos kaufen.

Deshalb spricht sich Auto Schweiz in einem Massnahmenpapier für ein Recht auf Laden aus:

Auch in einem anderen Positionspapier spricht sich Auto Schweiz klar für ein Recht auf Laden aus: „Die Unverbietbarkeit von Ladestationen erspart der Schweizer Wirtschaft enorme Kosten.“

Doch nun kommt die Krux.

Lobby-Vertreter von Auto-Schweiz im National- und Ständerat sind gegen ein Recht auf Laden

Ich wollte wissen, ob die Lobbyisten der Schweizer Autoimporteure für die Motion Grossen gestimmt haben oder nicht. Hier das Ergebnis:

  • Alle fünf Lobbyisten von Auto Schweiz haben gegen die Motion gestimmt.

Hier die Protokolle zum Nachlesen:

Wie kann das sein?

Wie steht es um die Motion Grossen?

Die Motion Laden von Elektroautos im Mietverhältnis und Stockwerkeigentum wurde trotz Widerstand von Auto Schweiz knapp angenommen.

Der Bundesrat ist deshalb nun an der Reihe, eine entsprechende Gesetzesrevision auszuarbeiten, die Mieterinnen und Stockwerkeigentümerinnen ermöglicht, dass sie ein Elektroauto kaufen und zuhause laden können.

Mal schauen, ob die Auto-Lobbyisten bis dann die Kurve kriegen. Sonst wäre es wohl an der Zeit, dass Auto Schweiz sich um neue Vertreter im Bundeshaus kümmert.

Wer ein Elektroauto hat, will sich den Weg zur Tankstelle sparen

Wir fahren seit 2023 ein Elektroauto. Ein entscheidendes Argument, wie ich meine Frau von dieser Anschaffung überzeugen konnte, war, dass sie nicht mehr tanken gehen muss.

Wir haben vier Kinder und da bleibt in der Regel nicht viel Zeit, wenn man irgendwo hingehen will. Muss man zuerst noch bei der Tankstelle vorbei, kann es schon etwas stressig werden.

Seit wir ein Elektroauto besitzen, haben wir dieses Problem nicht mehr. Dieses laden wir fast nach jeder Fahrt wieder auf 80 % auf, wenn es zuhause in der Garage steht und ist so bereit für die nächste Fahrt.

Nur, wenn wir weitere Stecken machen, müssen wir etwas planen. Einerseits laden wir dann den Akku bereits am Vorabend auf 100 %, andererseits nehmen wir den Juice Booster mit, damit wir auch an Haushalts- und Starkstromsteckdosen laden können.

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Sollte dieser Blog Passagen enthalten, die zeigen, wie man Elektroinstallationen vornimmt, dann richten sich diese Beiträge an Fachleute. Elektroinstallationen dürfen nur durch Fachleute vorgenommen werden. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei PV-Anlagen, die gleichstromseitig auch durch Laien installiert werden dürfen.